“Recruiting und Organisationsdesign sehe ich als Schlüssel zu erfolgreichem Unternehmenswachstum”

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“Recruiting und Organisationsdesign sehe ich als Schlüssel zu erfolgreichem Unternehmenswachstum”

Julia Reis leitet bei i-potentials den Consulting-Bereich. Im Interview erklärt sie, was sie von klassischen Personalberatern unterscheidet - und was Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung gerade besonders umtreibt.

Hallo Julia, du bist 2017 zu i-potentials gekommen und mittlerweile Head of Consulting bei uns. Wie unterscheidet sich dein Arbeitsbereich von der klassischen Personalberatung?

Das Label “Personalberatung” ist im heutigen Markt leider etwas verwirrend, weil in den meisten Fällen damit im Grunde Recruiting gemeint ist. Der ganz klassische Fall: Wer eine offene Stelle zu besetzen hat und das gern outsourcen möchte, ruft beim Personalberater an. Bei meiner Beratungsarbeit geht es hingegen eher darum, Unternehmen so aufzustellen, dass sie selbst in der Lage sind, die richtigen Mitarbeiter für sich zu rekrutieren und zu halten. Da wir das Thema Recruiting immer im Kontext der Organisation angehen, bezeichne ich meinen Bereich auch häufig als Strategieberatung für Mitarbeitergewinnung.

Mit welchen Fragen kommen Unternehmen denn zu euch?

Die meisten Kunden kommen erst einmal deshalb, weil sie merken, dass es für sie immer schwieriger wird, die richtigen Mitarbeiter zu finden und zu halten - aber oft wissen sie nicht, wo sie ansetzen sollen, um etwas zu ändern. Das zieht sich übrigens durch alle Branchen und durch Unternehmen jeder Größe und Bekanntheit - vom kleinen Startup bis zum großen Konzern. Mitarbeitergewinnung ist mittlerweile eine allgegenwärtige Herausforderung.

Und was können diese Unternehmen nun konkret für ihre Mitarbeitergewinnung tun?

Häufig lohnt es sich, im Recruitingbereich selbst nochmal in die Prozessoptimierung zu gehen. Oft stoßen wir jedoch auch auf andere Ansatzpunkte wie Defizite in der Mitarbeiterführung oder eine Unternehmenskultur, die nach außen hin anders kommuniziert wird als sie tatsächlich ist. Diese Faktoren beeinflussen die Attraktivität einer Organisation für potenzielle Bewerber natürlich stark und können daher auch in den Fokus unserer Beratung rücken.

Wie gehst du mit deinem Team denn bei der Beratung vor?

Im ersten Schritt prüfen wir mit dem Kunden: Was ist der Knackpunkt beim Recruiting bzw. wo ist der größte Hebel, den wir umlegen müssen, um die Mitarbeitergewinnung des Unternehmens nachhaltig zu verbessern? Dann entscheiden wir welches Thema wir als erstes anpacken müssen und mit welchen Methoden wir dabei am schnellsten zum Ziel kommen. Entsprechend legen wir dann auch den Projektrahmen fest - häufig führen wir zunächst einen gemeinsamen Tagesworkshop durch, manchmal starten wir direkt mit einer Serie von Management-Trainings, manchmal begleiten wir die Unternehmen, aber auch über mehrere Monate bei der Umsetzung strategischer Projekte.

Du bist ja nun etwas über ein Jahr bei uns. Hast du ein Highlight aus diesem Jahr?

Zum Glück mehr als eins! Ein Highlight ist mit Sicherheit unser Projekt bei adidas, die wir über ein Jahr lang bei der Umsetzung eines sehr ehrgeizigen und strategisch relevanten Recruitingprojekts begleitet haben, in dem mehrere 100 Positionen im Digitalbereich zu besetzen waren. Unsere Rolle reichte von Prozessoptimierung über KPI-Definition bis hin zur Gestaltung agiler Teams. Ich war dort sehr stark im operativen Projektmanagement involviert und es war wirklich cool, den eigenen Impact in so einem Projekt zu sehen.

Vor i-potentials warst du bereits bei anderen Beratungen. Wie bist du darauf gekommen, aus der klassischen Unternehmensberatung ausgerechnet ins Consulting für Mitarbeitergewinnung zu gehen?

In der klassischen Unternehmensberatung habe ich die Vielfalt an Aufgaben und die Zusammenarbeit mit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen sehr geschätzt - das wollte ich auf jeden Fall beibehalten. Allerdings habe ich mir eine bessere Work-Life-Balance als in der Unternehmensberatung gewünscht, auch wenn ich schon immer für meine Arbeit gebrannt habe.

Am Recruiting hat mich weniger der Job als Recruiter gereizt, sondern das strategische Potenzial. Für mich sind Recruiting und Organisationsdesign der Schlüssel zu erfolgreichem Unternehmenswachstum, weswegen ich die Arbeit von i-potentials auch schon länger auf dem Schirm hatte.

Also dann die goldenen Mitte?

Richtig! In der Hinsicht war der Consulting-Bereich, den wir bei i-potentials ja erst letztes Jahr richtig aufgebaut haben, für mich ein absoluter Glücksgriff: das Beste aus zwei Welten sozusagen - zumal ich hier unglaublich viel Gestaltungsspielraum habe.

Nun bist du ja nicht nur unser Head of Consulting, sondern auch zuständig für unser internes Wissensmanagement bei i-potentials. Hast du eine Empfehlung für alle, die ihr Wissen über Mitarbeitergewinnung im digitalen Zeitalter erweitern wollen?

Aktuell steht in vielen Unternehmen die Optimierung ihrer Organisationsstrukturen im Fokus; da empfehle ich besonders oft “Organisationsdesign” von Reinhart Nagel. Aber mein absoluter Favorit, den ich wirklich jedem ans Herz lege, ist “Work Rules!” von Laszlo Bock, dem ehemaligen Personalleiter von Google - sehr inspirierend und voller Erkenntnisse für Personaler und Unternehmenslenker.

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