Woran man die besten Consultants im digitalen Zeitalter erkennt

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Woran man die besten Consultants im digitalen Zeitalter erkennt

Die Unsicherheit, die durch die digitale Transformation entsteht, ist groß - und wo viel Unsicherheit ist, da sind auch viele Berater am Werke. Doch was macht in diesen Zeiten eigentlich einen guten Berater aus? Dieser Frage geht unsere Head of HR, Janka, ja quasi beruflich nach. Hier ihre wichtigsten Erkenntnisse soweit:

Kennt ihr das Video über Unternehmensberater des Komikers Harry G? Wenn nicht, schaut es euch an - doch erfahrungsgemäß haben die meisten Berater es schon einmal gesehen. Die Klischees darin: der Unternehmensberater, der die Nächte durchmacht, mit schrägen Anglizismen um sich wirft, “mit dem Porsche von Tiefgarage zu Tiefgarage fährt”, und irgendwann die Sinnkrise bekommt und ein Start-up gründet.

Die gute Nachricht (zumindest für alle, die keine Komikerkarriere anstreben): Das Beraterklischee hat zwar seine Berechtigung - aber es stirbt aus. Denn es stammt aus Zeiten, als die größte Sorge von Unternehmen schlicht war, wie sie noch mehr Geld in noch kürzerer Zeit und bei noch geringeren Kosten verdienen konnten. Der perfekte Berater für dieses Szenario musste diese lineare Effizienzdenke verkörpern.

Der perfekte Berater für die Digitalisierung

Das Schlagwort des digitalen Zeitalters lautet hingegen “Veränderung” (meinetwegen auch “Transformation”) - und zwar immer wieder, immer öfter, immer neu. Diese Situation steigert den Beratungsbedarf, erhöht bei vielen Beratungen allerdings auch den Druck, sich selbst neu erfinden zu müssen. Aber mit wem ist man im digitalen Zeitalter denn nun “gut beraten”?

Erfahrung gerne, aber mit Transferleistung

Je mehr ein Digital Consultant schon von der wunderbaren Welt der Wirtschaft gesehen hat desto besser. Damit sind längst nicht mehr nur Branchen gemeint, sondern auch Geschäftsmodelle - und Unternehmenskulturen. Der Knackpunkt ist aber: Können die Berater ihr Wissen auf neue, noch nie dagewesene Situationen übertragen? Erkennen sie komplexe Zusammenhänge, die nicht offensichtlich sind?

Nehmen wir etwa eine Traditionsbank, die eine Digitalstrategie einführen möchte: Da sollte sich ein guter Berater überlegen, welche Prinzipien und Modelle etwa aus FinTech-Startups sich auf den Fall übertragen lassen - aber auch, welche Anpassungen nötig sind, damit die Strategie in der Kultur des Unternehmens auch umgesetzt wird.

Ein Beispiel aus unserer eigenen Beratungspraxis ist, dass wir bei Kunden Positionen besetzen müssen, die es vor 5-10 Jahren so noch in keinem Unternehmen gab. Ein Berater muss bei uns also genau überlegen, wo man abseits von Titeln und Lebenslaufstationen bestimmte Talente und Fähigkeiten findet und analysieren was eigentlich gebraucht wird. 

Online-Karrieretag

Persönlichkeit und Haltung braucht's für eine digitale Karriere - darüber hat Janka (2.v.r.) beim Online-Karrieretag mit Kollegen aus diversen Branchen diskutiert.

Mit Neugier und Methode   

Der Methodenkoffer ist das Handwerkszeug des digitalen Consultants: Ob Coaching-Techniken, Trainingsausbildungen, Produktivitätstools...um Wissen von außen in eine Organisation zu tragen, braucht es ein paar Techniken, aus denen ein Berater auswählen sollte.

Diese Tools sind dann am effektivsten, wenn der Berater zusätzlich schnell erfassen kann, welches er im jeweiligen Unternehmen idealerweise einsetzen muss. Dafür sollte man bei Beratern immer darauf achten, wie viele Fragen sie stellen - und welche.

Klug eingesetzte Methoden und Systematiken erleichtern z.B. die Analyse der Herausforderungen, mit denen Kunden konfrontiert sind, können aber genauso Teil der Lösung sein - wie in unserem Alltag der Einsatz von Kompetenzmodellen und strukturierten Interviews im Prozess der Besetzung.

In unseren Consultant Interviews achte ich daher schon besonders darauf, ob die Kandidaten auch Gegenfragen stellen, gerne zu Strategie und Geschäftsmodell.

Den Kunden richtig verstehen

Der Begriff “Kundenzentrierung” ist zwar fast schon ausgelutscht, aber viele denken immer noch, dass er vornehmlich beinhaltet, dem Kunden immer und in allen Punkten zuzustimmen. Damit hat man schnell eine “Des Kaisers neue Kleider”-Situation produziert: Der Kunde hat am Ende zwar die ganze Zeit Recht, aber immernoch keine funktionierende Strategie für die Digitalisierung.

Es braucht also Berater, die sich offen und konstruktiv mit dem echten Kundenbedürfnis auseinandersetzen können, um sicherzustellen, dass der Kunde am Ende bekommt, was er will - selbst wenn es nicht das war, wonach er ursprünglich gefragt hat. Hierfür braucht es vor allem Souveränität, persönliche Reife und einen klaren inhaltlichen Fokus im Beratungsprozess.

Die Themenspezialisierung zählt mehr als die Branche

Erfahrungsgemäß fällt diese ehrliche Spiegelung den Beratern leichter, die fest in ihrem Thema verankert sind. Bei uns ist das Talent-Strategie - bei anderen Beratungen mag es etwa Innovationsmanagement, Prozessmanagement oder Wissensmanagement sein.

Dieser Fokus auf Themenfelder ist meines Erachtens deutlich wichtiger als ein Branchenfokus. Denn ein Wesensmerkmal der Digitalisierung ist, dass Branchen und Bereiche ineinandergreifen und gemeinsam neue Lösungen für noch nie dagewesene Herausforderungen suchen. Entsprechend müssen auch die Berater damit anfangen.          

 

Die Autorin: 

Janka Schmeisser, Head of HR bei i-potentials

 Janka Schmeißer gehörte zu den ersten i-potentials Mitarbeitern und stellt heute als Head of HR die Mannschaft auf, die es für eine Beratung der nächsten Generation braucht. Mehr dazu, was den Beraterberuf bei uns ausmacht, findest du hier 

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