Die Basics einer guten Candidate Experience und wie man sie für das Recruiting nutzen kann

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Die Basics einer guten Candidate Experience und wie man sie für das Recruiting nutzen kann

Wenn die harten Fakten - Gehalt, Position, Location etc. - bei mehreren Job-Optionen stimmen, entscheidet sich oft in der Candidate Experience, ob ein Kandidat bereit ist seine Lebenszeit für ein Unternehmen aufzubringen. Die Candidate Experience ist die Gesamtheit aller Berührungspunkte, die ein Kandidat mit dem Unternehmen hat - vom ersten Besuch auf der Webseite bis hin zur Vertragsunterzeichnung. Was sich sehr theoretisch anhören mag, ist in Wahrheit kein Hexenwerk - und am Ende das Zünglein an der Waage, ob ein Top-Kandidat unterschreibt oder nicht. 

Der Schlüssel zu einer guten Candidate Experience liegt ganz einfach darin sich in die Kandidaten hineinzuversetzen und genau zu überlegen, welche Art des Umgangs sich diese in der Kommunikation mit einem potenziellen Arbeitgeber wünschen. Hier sind Respekt und Transparenz das A und O. Eine schnelle Rückmeldung nach Bewerbungseingang um den Erhalt der Unterlagen zu bestätigen, sollte Standard sein, ist es aber leider oft nicht. Anschließend klar zu kommunizieren wie der Zeitrahmen aussieht, was die nächsten Schritte sein werden und was innerhalb des Prozesses an welcher Stelle vom Bewerber erwartet wird, ist essenziell.

Realistischer Ausblick

Ein weiterer entscheidender Faktor der Candidate Experience liegt darin, dem Kandidaten einen realistischen Ausblick darauf zu geben, was der Job beinhaltet und was es bedeutet für die Firma zu arbeiten. Nur dann entsteht auf Kandidatenseite das Vertrauen in das Unternehmen, dass ihn letztlich auch begeistern und motivieren wird, wenn er sich für die Mitarbeit entscheidet. Eine glaubwürdige Unternehmensdarstellung, welche man durch die Inhalte auf den Unternehmenskanälen und auch bereits in der Jobbeschreibung kommuniziert, sollte sehr präzise und transparent die wichtigen Aspekte der Arbeit im Unternehmen widerspiegeln - sowohl die Stärken des Unternehmens, als auch die Herausforderungen der täglichen Arbeitsrealität. Nicht alles läuft immer perfekt und das Team ist sicher auch nicht den ganzen Tag lachend und fröhlich in der Kaffeeküche zugange. Authentizität muss hier vor überzogener Selbstvermarktung stehen.

In einer LinkedIn Studie aus dem Jahr 2016 gaben 66% der Jobsuchenden an, dass sie über die Kultur und Werte eines potenziellen Arbeitgebers informiert werden möchten und 50% sagten, sie interessierten sich für die Mission und Vision des Unternehmens. Es besteht also unter Kandidaten ein signifikantes Interesse an diesen Themen. Grundfragen, die hier beantwortet werden sollten, sind: Was muss ein Bewerber über unser Unternehmen wissen bevor er hier anfängt? Was erwarten wir von neuen Mitarbeitern? Wie können neue Mitarbeiter bei uns wachsen und erfolgreich sein?

Warum Employer Branding?

Die Basis für die Beantwortung dieser Fragen liegt in der Employer Brand. Denn nur wenn ich eine klar definierte Unternehmensvision und Werte habe, kann ich diese auch an Kandidaten kommunizieren und ihnen damit einen realistischen, authentischen Eindruck darüber verschaffen, wie es ist für mein Unternehmen zu arbeiten. Dies zahlt sich im Übrigen auch dahingehend aus, dass so bereits die Kandidaten im Bewerbungsprozess rausfallen, die sich nicht mit den Werten des Unternehmens identifizieren können. Sie werden sich nämlich dann gar nicht erst bewerben. Einen guten kulturellen Fit für das Team zu finden, wird dadurch enorm erleichtert.

Eine gute Candidate Experience lohnt sich immer - auch bei Kandidaten, die am Ende den Job nicht antreten. Zum Einen wegen der bereits erwähnten Employer Brand und zum anderen, weil es extrem sinnvoll ist sich einen Pool an Kandidaten und Multiplikatoren aufzubauen. Jemand, für den vielleicht heute keine geeignete Rolle im Unternehmen vorhanden ist, könnte morgen schon genau in eine andere Position passen, der sich neu ergeben hat. Und sollte er selbst nicht in Frage kommen für eine Zusammenarbeit, kennt er mit Sicherheit einige relevante Kandidaten, die für das Unternehmen interessant sein könnten - es lohnt sich also auch langfristig einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Dies gilt im Übrigen auch im Falle von Absagen: Ein konstruktives Feedback dazu, warum Kandidat und Unternehmen an dieser Stelle nicht zusammen kommen, wird jeder zu schätzen wissen, vor allem weil Kandidaten immer noch viel zu oft die Erfahrung machen mit Standardabsagen abgespeist zu werden. Indem man aber die Hintergründe für eine Absage erläutert, zeigt man dem Gegenüber, dass man der Zeit und Energie, die derjenige in die Bewerbung investiert hat, Wertschätzung entgegen bringt.

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