Eine vertrauliche Nachricht, eine hochrangige Position: Betrügerische Kontaktaufnahmen im Namen von Executive-Search-Mandaten wirken heute häufig professionell. Sie greifen Informationen aus öffentlich zugänglichen Profilen auf, verwenden Namen und Bilder realer Personen oder verweisen auf eigens erstellte Unternehmensseiten.
Besonders perfide ist, dass die Angebote an eine reale Situation anknüpfen: Viele erfahrene Führungskräfte prüfen ihre nächste berufliche Perspektive – und ein diskreter Erstkontakt mit einer Executive-Search-Boutique gehört grundsätzlich zum beruflichen Alltag.
Diese Warnsignale sollten ernst genommen werden
Nicht jedes ungewöhnliche Detail ist automatisch ein Beweis für einen Betrugsversuch. Mehrere der folgenden Punkte sollten jedoch aufmerksam machen:
- Unklare Absenderadresse: Der Name in der Signatur klingt vertraut, die E-Mail-Adresse gehört aber zu einem privaten Anbieter oder passt nicht zur Organisation.
- Ungewöhnlicher Kommunikationsweg: Der Kontakt soll ausschließlich über WhatsApp, private E-Mail-Adressen oder andere nicht verifizierte Kanäle laufen.
- Aufforderung zur Datenweitergabe: Persönliche, finanzielle oder besonders sensible berufliche Informationen werden verlangt, bevor die Identität des Absenders feststeht.
- Verdächtige Links und Anhänge: Dokumente oder Links sollen geöffnet werden, obwohl das Mandat und der Absender nicht zweifelsfrei verifiziert sind.
- Kosten für Kandidat:innen: Es wird Geld für eine Lebenslaufoptimierung, die Zusammenstellung von Nachweisen, Zertifikate oder andere Leistungen verlangt.
- Zu viel Versprechen, zu wenig Substanz: Eine außergewöhnlich attraktive Position wird in Aussicht gestellt, ohne dass Auftraggeber, Verantwortungsumfang oder Prozess nachvollziehbar erklärt werden.
- Zeitdruck: Die angesprochene Person soll schnell reagieren oder die Kommunikation vertraulich halten, ohne den Vorgang über einen offiziellen Kanal prüfen zu können.
So lässt sich bei Unsicherheit vorgehen
1. Absender und Organisation prüfen
Prüfen Sie die vollständige E-Mail-Adresse und rufen Sie die Website des genannten Unternehmens direkt über den Browser auf. Nutzen Sie nicht den Link aus der Nachricht. Prüfen Sie, ob die kontaktierende Person dort tatsächlich aufgeführt ist – und ob die Schreibweise der Domain exakt stimmt.
2. Keine sensiblen Daten übermitteln
Übermitteln Sie zunächst weder Ausweisdokumente noch Bankdaten, Zugangsdaten oder andere vertrauliche Informationen. Öffnen Sie keine Anhänge und klicken Sie nicht auf Links, wenn der Ursprung der Nachricht unklar ist.
3. Über einen offiziellen Kanal verifizieren
Nutzen Sie die Kontaktdaten auf der offiziellen Website des genannten Unternehmens und fragen Sie unabhängig nach, ob die Kontaktaufnahme echt ist. Ein seriöser Prozess hält diese Prüfung aus.
4. Betrugsversuche melden
Sichern Sie E-Mails, Telefonnummern, Profile und Anhänge. Informieren Sie das betroffene Unternehmen. Wenn bereits Geld gefordert oder überwiesen wurde oder persönliche Daten abgeflossen sind, sollten zusätzlich die zuständigen Behörden und gegebenenfalls die Bank eingeschaltet werden.
Was seriöse Executive Search auszeichnet
Executive Search ist eine vertrauliche und persönliche Beratung. Ein seriöses Mandat hat einen nachvollziehbaren Anlass, einen klaren Prozess und eine verantwortliche Ansprechperson. Die Kommunikation erfolgt über verifizierbare Unternehmenskanäle. Vor allem aber gilt: Kandidat:innen werden nicht unter Druck gesetzt, sensible Daten preiszugeben oder für die Teilnahme an einem Suchprozess zu bezahlen.
Bei i-potentials sprechen wir mit Führungspersönlichkeiten über konkrete Mandate, ihre berufliche Situation und die Anforderungen der jeweiligen Unternehmensphase. Vertrauen entsteht dabei nicht durch große Versprechen, sondern durch Klarheit und einen professionellen Umgang mit Informationen.
Lieber einmal mehr prüfen
Die neuen Betrugsmaschen sind professioneller geworden – unter anderem, weil öffentlich zugängliche Informationen und künstliche Intelligenz für eine sehr persönliche Ansprache genutzt werden können. Deshalb ist Vorsicht kein Zeichen von Misstrauen, sondern ein sinnvoller Teil digitaler Souveränität.
Bei einer ungewöhnlichen Kontaktaufnahme sollte Zeit für eine unabhängige Prüfung eingeplant werden. Auch nach einer bereits erfolgten Reaktion gilt: Schweigen hilft den Betrüger:innen nicht. Die Meldung des Vorgangs kann weitere Betroffene schützen. Sie erreichen uns über unser Kontaktformular.
Eine seriöse Executive Search beginnt mit einem vertraulichen Gespräch ohne Forderung einer Gegenleistung.



