In unserer stets komplexer werdenden Welt und angesichts anhaltend unsicherer Märkte sind Aufsichtsratsgremien heute mehr denn je gefordert. Sie stehen zusammen mit den Eigentümern, Anteilseignern und ihren Vorständen neben dem Kerngeschäft und vor Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimaneutralität, Cybersecurity und demografischem Wandel. Allein die Bandbreite dieser ausgewählten Themen macht deutlich, dass ein effektiver Aufsichtsrat heute deutlich mehr als ein Netzwerk mit Einfluss sein muss. Vielmehr muss er eine Schlüsselrolle übernehmen, um die strategische Ausrichtung und den langfristigen Erfolg von Unternehmen zu gewährleisten.

Digitale Kompetenz ist die Basis für die Zukunftsfähigkeit jeder Organisation – und muss deshalb auch fest in Kontrollgremien verankert sein. Unter der Schirmherrschaft von Bechtle Greenfield und Intel hat die Initiative „Digitalkompetenz im Aufsichtsrat“ jetzt ein Whitepaper mit aktuellen Impulse für zukunftsstarke Unternehmensführung erarbeitet. Unsere Managing Partnerin Martina van Hettinga hat neben anderen Experten und Aufsichtsräten federführend an diesem Projekt mitgewirkt.

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    Aktuelle Studien verdeutlichen immer wieder, dass viele Unternehmen in Deutschland die Bedeutung der digitalen Kompetenz ihrer Aufsichtsräte unterschätzen. So gab beispielsweise weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen in einer Studie der TU München an, der digitalen Expertise in ihren Aufsichtsgremien eine hohe Bedeutung beizumessen. Dies steht im krassen Gegensatz zu den sich schnell entwickelnden technologischen und digitalen Anforderungen, denen Unternehmen heute gegenüberstehen.

    Aufsichtsrat der Zukunft: Nicht mehr nur Wächter der Finanzen

    Die zunehmende Digitalisierung und der hohe Komplexitätsgrad erfordern ein Umdenken in der Unternehmensführung. Aufsichtsräte müssen nicht nur über finanzielle Kennzahlen wachen, sondern auch in der Lage sein, die langfristige digitale Strategie des Unternehmens mitzugestalten und zu überwachen. Es ist an der Zeit, dass Aufsichtsräte zu aktiven Gestaltern der digitalen Transformation werden – und die Besetzung der Gremien auch darauf ausgerichtet ist.

    Digitalkompetenz im Aufsichtsrat bedeutet jedoch nicht nur das Verständnis von Technologie, sondern auch die Fähigkeit, deren Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, die Kundenbeziehungen und die Wettbewerbslandschaft zu verstehen. Es geht darum, eine digitale Denkweise zu kultivieren und die Fähigkeit zu entwickeln, digitale Chancen zu erkennen und zu nutzen.

    Zukunftsfähige Corporate Governance mit Digitalkompetenz braucht gezielte Besetzungsprozesse

    Die Initiative „Digitalkompetenz im Aufsichtsrat“ arbeitet mit Branchenführern, Experten und einem Unterstützer-Netzwerk aus Aufsichtsräten zusammen und zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Bedeutung von Digitalkompetenz im Aufsichtsrat zu schärfen und konkrete Maßnahmen zur Stärkung dieser Kompetenz zu ergreifen.

    Das Memorandum „Digitalkompetenz im Aufsichtsrat“ bietet nicht nur Empfehlungen zur Verbesserung des Corporate Governance Codex, sondern auch konkrete Umsetzungsinitiativen für Unternehmen. Dazu gehören Schulungsprogramme, Mentoring-Initiativen und die gezielte Rekrutierung von Aufsichtsratsmitgliedern mit digitaler Expertise.

    Organisationen stehen heute an einem Wendepunkt, an dem Aufsichtsräte nicht mehr nur als Kontrollinstanzen fungieren können. Sie müssen aktiv die digitale Transformation ihrer Unternehmen vorantreiben und sicherstellen, dass diese den Herausforderungen der modernen Geschäftswelt gewachsen sind. Die Initiative „Digitalkompetenz im Aufsichtsrat“ ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg und ein Aufruf an Unternehmen, die Digitalisierung als Chance zu begreifen und entsprechend zu handeln.

    Mehr Informationen zu der Initiative gibt es hier.